Sildenafil Citrate 100mg

Sildenafil Citrate 100mg

Sildenafil gehört zu den Arzneistoffen aus der Gruppe der PDE-5 Hemmer, die gefäßerweiternd wirkt. Bekannt wurde der Wirkstoff durch das von dem US-amerikanischen Unternehmen Pfizer in 1998 auf den Markt gebrachten Viagra, das als Medikament zur Behandlung von Erektionsstörungen beim Mann eingesetzt wird. Lediglich zufällig wurde die Wirkung von Sildenafil im Rahmen der Entwicklung des Wirkstoffs zur Behandlung gegen Bluthochdruck sowie Angina Pectoris entdeckt. Sildenafil wird seit 2006 auch zur Behandlung bei Krankheiten angewandt, die durch einen Anstieg des Blutdrucks im Lungenkreislauf gekennzeichnet sind, idiopathische pulmonalarterielle Hypertonie.

Wie genau wirkt Sildenafil?

Als erster Arzneistoff der Wirkstoffklasse der PDE-5 Hemmer wird der Name Viagra auch als Sammelbegriff für andere Arzneimittel dieser Kategorie benutzt, zum Beispiel auch für Tadalafil oder Vardenafil. In Deutschland, Österreich sowie der Schweiz sind Medikamente mit dem Wirkstoff Sildenafil verschreibungspflichtig.

Sildenafil bewirkt die Freisetzung von Stickstoffmonoxid im männlichen Schwellkörper. Durch diese Freisetzung wird das Enzym Guanylatzyklase aktiviert, das die Ausschüttung von cyclischem Guanosinmonophosphat erhöht. Auf diese Weise wird eine leichte Muskelentspannung im Schwellkörper ermöglicht, die dann wiederum das Einströmen von Blut und somit eine Erektion auslöst. Durch das Hemmen von PDE-5 vermindert Sildenafil die Abbaurate von cGmP. Hierdurch wird das Ergebnis einer verstärkten Erektion durch einen erhöhten Blutspiegel von cGMP im Schwellkörper erreicht. Jedoch wird ohne eine sexuelle Stimulation auch mit der Einnahme von Sildenafil keine Erektion erreicht werden.

Da Sildenafil über die Leber als auch über die Nieren abgebaut wird, kann lediglich eine verminderte Wirkung erwartet werden, wenn es mit fettreicher Nahrung eingenommen wird.

Was passiert nach der Einnahme von Sildenafil?

Sildenafil gibt es in den Dosen 25 mg, 50 mg oder 100mg zu kaufen. In einer Studie bewirkte Sildenafil von bis zu 100mg eine Erektion bei 69 Prozent der männlichen Patienten, 22 Prozent der Placebo Patienten erreichten eine Erektion.

Die Dauer sowie das Ausmaß einer Erektion sind stark abhängig vom Blutzu- und Blutabfluss des männlichen Schwellkörpers. Gesteuert wird die Blutzufuhr von ringförmigen Muskeln der Arterienwand des Schwellkörpers. Ist der Penis nicht erigiert, sind diese Muskeln angespannt und verschließen die Gefäße. Bei einer sexuellen Stimulation kommt es dazu, dass arterielles Blut in den Penis fließt, was wiederum eine Erektion auslöst. Durch die Muskelentspannung wird der Gefäßdurchschnitt vergrößert, wodurch letztendlich eine Erektion entsteht. Nach der Einnahme von Sildenafil wird das PDE-5 blockiert und sorgt dafür, dass auch geringe Mengen von cGMP zu einer Versteifung des Schwellkörpers führen können. Anders als bei anderen Medikamenten wie beispielsweise Alprostadil, das in den Schwellkörper gespritzt oder über die Harnröhre eingebracht wird, wirkt Sildenafil jedoch nur in Verbindung mit einer sexuellen Stimulation. Wird Sildenafil zusammen mit Arginin eingenommen, kann die Wirkung sogar noch verstärkt werden und die Dosis von Sildenafil herabgesetzt werden. Auch Arginin setzt Stickstoffmonoxid frei, das zur Erweiterung der Blutgefäße führt.

Wann wird Sildenafil angewendet?

Außer bei Erektionsstörungen kann Sildenafil noch bei den folgenden Krankheitsbildern zum Einsatz kommen:

  • Arterielle Hypertonie bei Hunden
  • Bronchopulmonale Dysplasie
  • Höhenkrankheit
  • Sklerodermine

Mit welchen Nebenwirkungen ist zu rechnen?

Bei gleichzeitiger Einnahme von Sildenafil mit nitrathaltigen Medikamenten oder Stickstoffmonoxid-Donatoren wie beispielsweise die Szene-Droge Poppers muss mit einer kontraindizierten Wirkung gerechnet werden. Es droht ein lebensgefährlicher Blutdruckabfall durch die kombinierte Wirkung. Wenn der erfolgreiche sexuelle Akt eine zu hohe Beanspruchung für den Kreislauf darstellen würde, sind auch Menschen mit koronarer Herzerkrankung von einem Risiko betroffen.

Bei der Einnahme von Sildenafil ist mit Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Gesichtsrötungen, Magenbeschwerden, Rhinitis, abnormen visuellen Wahrnehmungen, geringerem Reaktionsvermögen, Schwindelgefühl und Dyspepsie, verstopfter Nase, Rücken- und Muskelschmerzen sowie einer Dauererektion zu rechnen. In äußerst seltenen Fällen wurde auch schon ein anteriorer ischämischer Optikusneuropathie beobachtet, dass zu Sehstörungen und in seltenen Fällen auch zur Erblindung führen kann. Auch plötzlich auftretende Hörstörungen sind bei der Einnahme von Sildenafil möglich.

Wissenswertes zum Thema Generika

Etwa 37 Millionen Männern wurden bis Mitte 2013 1,8 Milliarden Tabletten verschrieben, wodurch das Unternehmen Pfizer 24,8 Milliarden Dollar umsetzen konnte. Bis zum 22. Juli vergangenen Jahres war die Produktion sowie die Herstellung von Sildenafil in Deutschland rechtlich geschützt. Lediglich die Firma Pfizer hatte das Recht, diesen Wirkstoff auf den Markt zu bringen. 28 Unternehmen hatte bis Anfang Juni die Herstellung von Tabletten mit dem Wirkstoff Sildenafil beantragt, in Österreich hatten 16 Firmen eine Herstellung beantragt.

Mittlerweile wurden auch in Deutschland und Österreich mehrere generischen Medikamente mit dem Wirkstoff Sildenafil zugelassen. Seit dem 01. Juni 2013 bietet Pfizer ein eigenes Generikum an. In den USA ist das Patent für den Wirkstoff Sildenafil noch bis 2020 geschützt.

2012 wurde dem Unternehmen Pfizer vom Obersten Gerichtshof in Kanada das Patent entzogen, da man sich weigerte, Details über die Erfindung sowie deren Funktionsweise preiszugeben. Für ein zeitlich begrenztes Verwertungsmonopol sei dies jedoch eine Voraussetzung.

In Deutschland ist das Sildenafil Citrate 100mg in Apotheken erhältlich. Wenn man es nicht in Deutschland kaufen möchte, kann man es auch in Apotheken im Ausland oder im Internet kaufen.

Durch die Freigabe von dem Wirkstoff Sildenafil war die Erektionsstörung bei dem Mann erstmalig ohne große Probleme behandelbar. Selbstverständlich hatte dies große Folgen auf Familien und Partnerschaften, die einerseits froh waren, dass es wieder zu einem erfüllten Sexualleben kommen konnte, andererseits jedoch auch darüber klagten, dass der Partner plötzlich anstrengend wurde.

Die Kostenerstattung

Alle drei in Deutschland zur Verfügung stehenden Gerichtsbarkeiten haben die Erstattung von Medikamenten mit dem Wirkstoff Sildenafil bei medizinischer Indikation für berechtigt gehalten. Bei der Einnahme kommt es laut Gesetz nicht auf die Art der Störung an. Hier steht die Erhöhung der Lebensqualität im Vordergrund. Somit sind die gesetzlichen sowie die privaten Krankenversicherungen zu einer Kostenübernahme verpflichtet, wenn ein Medikament mit dem Wirkstoff Sildenafil verschrieben wird. Eine ärztliche Beratung ist vor der Einnahme von Sildenafil zu empfehlen, um die richtige Dosis zu ermitteln und abzuklären, ob der jeweilige Patient dieses Medikament bedenkenlos einnehmen darf.