Welche Therapie wird bei erektiler Dysfunktion angewendet?

Dies kann nicht pauschal beantwortet werden, da es unterschiedliche Auslöser für diese Funktionsstörung gibt. Entsprechend sind auch die Therapien sehr unterschiedlich.

Zu angewandten Behandlungsmethoden zählen:

  • die Einnahme von Medikamenten
  • Injektionen in den Penis
  • Vakuumpumpe
  • Operation
  • psychologische Behandlung

Welche Medikamente werden verschrieben?

Häufig zum Einsatz kommen Phosphodiesterase-5-Hemmer. Diese Mittel kamen bereits im Jahre 1998 zum Einsatz und erhielten ihre offizielle Zulassung.

Bei einer sexuellen Erregung sendet der Körper einen Stoff aus, der die Durchblutung im Penis fördert und somit eine Erektion möglich macht. Phosphodiesterase-5, kurz PDE-5, ist ein Enzym, welches im Körper produziert wird und dafür zuständig ist, dass zuvor genannter Stoff abgebaut wird und so die Durchblutung wieder abnimmt, folglich auch die Erektion abklingt. Ein Medikament in Form eines PDE-5 Hemmers stoppt dieses Enzym und es wird erreicht, dass die höhere Durchblutung anhält und somit die Erektion länger bestehen bleibt und schließlich mit einem Orgasmus endet.

Zur Wahl stehen dem Patienten verschiedene PDE-5 Hemmer, welche sich vor allem in der Schnelligkeit und in der Länge der Wirkung unterscheiden.

In Deutschland sind diese Präparate verschreibungspflichtig, da sie gewisse Nebenwirkungen hervorrufen können. In Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, wie zum Beispiel Nitrate oder Molsidomin, können gesundheitliche Gefahren auftreten, weshalb vor er Einnahme auf jeden Fall ein Arzt konsultiert werden sollte.

Ein anderes Medikament hat seine Wirkungsweise im Gehirn und wird häufig bei psychischen Störungen oder Blockaden eingesetzt.

Injektionen gegen erektile Dysfunktion

Eine andere Behandlungsmöglichkeit ist die Schwellkörper-Autoinjektionstherapie. Hierbei wird mithilfe einer dünnen Nadel ein Medikament in den Penis gespritzt. Dieses wiederum bewirkt, dass mehr Blut einfließt und so eine Erektion innerhalb einer Viertelstunde entsteht. Es sollte in jedem Fall bei dieser Methode auf die richtige Menge geachtet werden, ansonsten entsteht unter Umständen eine Erektion, die mehrere Stunden andauert und unangenehm wird und vom Arzt behandelt werden muss, um Schädigungen zu vermeiden.

Diese Methode wird häufig als unproblematisch und wenig schmerzhaft empfunden. Diese Therapie wird von der Krankenkasse bezahlt.

Vakuumpumpe – wie funktioniert diese Therapie?

Auch hier ist das Ziel die Durchblutung im Penis zu erhöhen. Dies wird erreicht, indem ein Zylinder auf den Schwellkörper gesetzt und durch eine Pumpe ein Unterdruck erzeugt wird. Ein Ring verhindert das Rückfließen des Blutes und schafft so die guten Voraussetzungen für eine Erektion. Die Anwendung sollte nicht über eine halbe Stunde hinausgehen. Auch in diesem Fall zahlt die Krankenkasse die Kosten, sofern eine Verordnung vom Arzt erfolgt.

Hilfe durch Operationen

Helfen oben genannte Therapien nicht, kann eine Operation von Nutzen sein, bei der ein Implantat eingepflanzt wird. Ist das Implantat einmal gelegt, kann es nicht mehr rückgängig gemacht werden. Deshalb sind hier gute Überlegungen Voraussetzungen. Bei einer Variante ist das Implantat befüllbar. Der Mann kann so entscheiden, wann er eine Befüllung auslöst und so eine Erektion hervorruft. In selteneren Fällen werden andere Arten von Implantaten angewendet, die im individuellen Fall abgesprochen werden müssen. Auch für diese Behandlung kommt die Krankenkasse normalerweise auf.

Jede der oben angesprochenen Behandlungen sollte nur in Rücksprache mit dem Arzt erfolgen. Das Einschätzen der Wirkung mit anderen Medikamenten oder gesundheitliche Problemen muss ein Fachmann übernehmen.

Hilfe durch Physiotherapie

Neben den organischen Ursachen, spielen auch psychische Beschwerden eine Rolle. Hier kann ein Gespräch beim Sexualtherapeuten eine gute Hilfe sein. Dabei sollte auch die Partnerin mitbezogen werden. 90 % der Fälle von erektiler Dysfunktion können geheilt werden. Daher ist es in jedem Fall ratsam nach den Ursachen zu forschen und eine Behandlung in Anspruch zu nehmen.